08.05.2017

Aufruf: Erfassung von Rohrweihe und Baumfalke 2017

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Liebe Vogelkundler in Baden-Württemberg,
nach dem Tod von Jochen Hölzinger hat es sich die OGBW zur Aufgabe gemacht, die noch fehlenden Bände der „Avifauna Baden-Württemberg“ (Band Entenvögel sowie Band Greifvögel) herauszubringen. Es sollen in diesem Jahr noch möglichst viele aktuelle Daten zu allen Greifvogelarten gesammelt werden, um ein möglichst vollständiges Bild der Verbreitung innerhalb BW zu zeichnen. Alle Beobachter, die Daten zu den einzelnen Arten liefern, werden in den Werken entsprechend namentlich gewürdigt.

Wir hatten bereits dazu aufgerufen, Daten zur Brutverbreitung und zum Brutbestand von Mäusebussard, Turmfalke, Sperber und Habicht zu melden. Heute möchten wir Sie bitten, ebenso auf die nun eingetroffenen Arten Rohrweihe und Baumfalke zu achten und die Daten in ornitho einzugeben. Unsere Bitte an Sie alle:

Beteiligen Sie sich an dem Projekt und melden sie 2017 auch alle Daten von Rohrweihe und Baumfalke insbesondere Brutdaten. Melden Sie Ihre Beobachtungen bitte über ornitho.de oder MiniAvi.

Bitte beachten Sie Folgendes: ...

  • Wichtig sind in erster Linie Daten zur Brutverbreitung und den Brutbeständen. Wir bitten vor allem um Meldung von Brutplätzen oder Brutwäldern mit möglichst genauer Verortung.
  • Vergeben Sie bitte, wenn irgend möglich, die zutreffenden Brutzeit-Codes. Bedenken Sie, dass es bei Auswertungen überaus zeitaufwändig ist, Brutdaten auszufiltern, die keinen Brutzeitcode haben. Nach Hinweisen auf Bruten nur im Kommentarfeld kann nicht automatisch gesucht werden.
  • Melden Sie alle Brut-Daten /Brutzeitcodes B und C) grundsätzlich geschützt! So können Sie sicher sein, dass die Standorte geheim bleiben.
  • Wenn Sie nicht über ornitho.de oder miniavi eingeben möchten, melden Sie Ihre Daten bitte an greifvoegel@ogbw.de. Hinweise zur Erfassung sowie weitere Informationen zur Bestimmung oder

Verortung der einzelnen Arten können Sie ebenfalls über diese Adresse anfragen.

Bei einigen Arten gab es in den letzten Jahren deutliche Bestandsänderungen. Bitte versuchen Sie daher, möglichst viele Brutnachweise insbesondere der selteneren Arten zu erbringen. Dazu im Folgenden einige nützliche Hinweise, die die Erfassung erleichtern. Ton-Aufnahmen sowohl von Balz- als auch von Bettelrufen finden Sie im Internet unter http://www.xeno-canto.org/ (bitte dort die wissenschaftlichen Vogelnamen eingeben).

Rohrweihe

  • Flüge mit Nistmaterial, Beuteübergaben vom Männchen an das Weibchen (beides kommt während der gesamten Brutzeit vor) und die Fütterung flügger Jungvögel (Ende Juni bis Anfang August) sind eindeutige Zeichen für eine Brut. Männchen, die Beute über längere Distanzen transportieren, sprechen für eine Brut und können einen zum Nest führen (Achtung: sie können mehrere Kilometer um den Nestbereich jagen!).
  • Bruten finden bevorzugt in Feuchtgebieten (Schilf) statt. Aber auch bereits im Mai hochstehende Felder können genutzt werden.
  • In verschiedenen Teilen Baden-Württembergs konnte in den letzten Jahren ein insgesamt beachtlicher Bestand an Nichtbrütern beobachtet werden. Bitte achten Sie daher bei allen Rohrweihen-Beobachtungen darauf, bei Hinweisen auf eine Brut auch den passenden Brutzeitcode zu vergeben.

Baumfalke

  • Aggressives Verhalten gegenüber Krähen und Dohlen deuten auf ein Revier hin. Ansitzen auf den Wipfeln in Nähe der Brutbäume ist vor Beginn der Brutzeit ein weiteres Zeichen. Wenn die Falken zum Brüten begonnen haben, wird es sehr still und sie sind sehr schwer zu finden. Zum Zeitpunkt des Jungenausfluges sind sie dann aber wieder akustisch sehr gut wahrnehmbar. Bettelnde Jungvögel sitzen nach Ausflug gerne im näheren Horstbereich.

Bitte auch 'Altdaten' melden!

Wenn Sie ältere Daten zu Brutbestand und -verbreitung von Greifvögeln noch nicht weiter gegeben haben bitten wir Sie, diese jetzt zu melden. Es ist dies definitiv die letzte Chance, dass sie in die Avifauna einfließen können!

Bei allen Meldungen sichern wir Ihnen höchste Vertraulichkeit zu!


VIELEN DANK FÜR IHRE UNTERSTÜTZUNG!

Mathias Kramer     Jost Einstein     Dr. Marion Gschweng